Dieter Weinhold

Wann sind Sie in den DPB eingetreten?

Das war im April 2011.

Wie geht es Ihnen heute gesundheitlich?

Was die Schuppenflechte angeht, geht es mir gut. Es gibt nur eine Stelle, die sich hartnäckig hält. Die sitzt unter der rechten Achsel. Aber das ist kein Problem für mich. Sie wird mit Pflegecreme versorgt.

Wie war Ihr Weg mit Ihrer Erkrankung?

Es begann 1956. Damals war ich 18 Jahre alt. Ich hatte die Psoriasis am ganzen Körper. Und was ganz besonders schlimm war: Ich hatte auch eine Nagelbett-Psoriasis. Die sah sehr hässlich aus und war auch noch eitrig. Die war schon deswegen unangenehm, weil ich im Lebensmittelhandel gearbeitet habe. Meine Eltern brachten mich von einem Professor zum nächsten. Einer konnte mir zumindest mit den Fingern helfen. Er spritzte mir zunächst Betäubungsmittel an zwei Stellen in alle Finger und anschließend ein Medikament unter jedes Nagelbett. Er sagte zu mir: "Das mit den Fingern bekommen wir in den Griff. Aber die Schuppenflechte am Körper nimmst du mit ins Grab." Da dachte ich, dass er damit ganz bestimmt Unrecht haben würde. Aber es verging noch eine ganz lange Zeit, bis ich Recht bekam. Tatsächlich heilte die Schuppenflechte an den Fingernägeln ab. Die Veränderungen an den Nägeln wuchsen heraus und kamen nie wieder. Die Schuppenflechte an der Haut bearbeitete ich mit Folien und Salben, aber mit wenig Erfolg. Als ich 22 Jahre alt war, begann ich meine erste Kur in Bad Rappenau. Es folgten viele weitere Rehabilitationen. Ich war sogar in einer Klinik in Davos. Aber diese Aufenthalte wirkten sich niemals lange positiv auf meine Haut aus. Kaum war ich wieder zu Hause, kam die Schuppenflechte wieder zurück. Die einzige Rehabilitation, die mir längerfristiger geholfen hat, war die in Bad Salzschlirf. Dort werden Sonne und Salzwasser des Toten Meeres nachgeahmt. Doch erst auf einer Gesundheitsmesse in Berlin ist mir etwas klargeworden, was ich bisher nicht beachtet hatte, und was mir aber seither so einleuchtend erscheint: Diese Krankheit kommt von innen und deswegen muss man sie auch von innen behandeln. Von außen ist alles nur Kosmetik. Ich bin mit der Firma Kanne in Kontakt gekommen, die Brottrunk herstellt. Ich habe dann ein Jahr lang täglich eine halbe Flasche davon getrunken. Während der Zeit wurde die Psoriasis immer weniger und verschwand schließlich – bis auf die Stelle unter der einen Achsel – komplett. Zusätzlich habe ich mich immer intensiver mit der Ernährung beschäftigt. Ich habe inzwischen meine sehr gesunde, ausgewogene Kost gefunden. So verzichte ich komplett auf Schweinefleisch und Wurst und esse lieber Geflügel, Wild und Fisch. Dazu esse ich wenig Fett, stattdessen viel Obst und Gemüse. Ich halte mich bei Milchprodukten zurück und ich trinke keinen Alkohol und rauche auch nicht. Die Umstellung ist mir gar nicht schwergefallen. Ich bin sehr überzeugt, dass hier der Schlüssel zu meinem Wohlbefinden liegt. Ich finde es sehr bedauerlich, dass in der Medizin so wenig zum Thema Ernährung und Psoriasis geforscht wird. Deshalb ist unter Ärzten dieses Thema nicht sehr verbreitet und eventuell auch nicht erwünscht. Jeder Patient muss für sich selber herausfinden, was ihm guttut. Aber aus meiner Sicht lohnt es sich sehr, sich mit seiner Ernährung auseinanderzusetzen. Ich möchte jeden ermuntern, an seinem Essverhalten zu arbeiten. Dann wird er hoffentlich finden, was er für sich braucht.

Interview entnommen aus PSO Magazin 4/2016