Helene Ball

Warum bin ich Mitglied im DPB geworden?

Das war aus der Not heraus. Bei mir war die Diagnose lange Zeit umstritten. Ist es Psoriasis-Arthritis? Ich habe mir in Eigeninitiative so viel Informationen wie möglich besorgt. Dabei bin ich auf den Deutschen Psoriasis Bund gestoßen. Fachwissen aus erster Hand erwerben, Kompetenz entwickeln und der Austausch mit ebenfalls Betroffenen war mir sehr wichtig.

Welche Funktion habe ich im DPB?

Ich bin seit Januar 2013 Kontaktperson im Saarland. Am 12. Oktober 2014 bin ich zusätzlich noch als Beisitzerin in den Vorstand des Deutschen Psoriasis Bundes gewählt worden.

Warum bin ich aktiv geworden?

Das war zunächst ein ganz einfacher Grund: Ich hatte ein größeres Projekt beendet und dachte, ich hätte etwas mehr Zeit. Ich bin seit 50 Jahren im Gesundheitswesen tätig und habe schon immer gern meine Stimme erhoben. Diese Fähigkeit wollte ich gern einbringen. Auch wollte ich gern meine Erfahrung und mein Wissen weitergeben und Ratsuchende unterstützen.

Was empfinde ich in meiner Funktion als gut?

Ich finde es gut, Einfluss nehmen zu können. Wir erhalten im Psoriasis Bund eine große Menge Informationen. Und durch unser Wissen sind wir nicht mehr so einfach über den Tisch zu ziehen.

Was mag ich nicht?

Bürokratische, künstliche Hindernisse mag ich überhaupt nicht.

Was war ein besonders schönes Erlebnis als DPB-Ehrenamtler?

Es ist ein sehr schönes Gefühl, wenn man total verzweifelten Anrufern Sicherheit und Zuversicht geben kann. Ich erinnere mich gern an eine besonders dankbare Mutter, der ich durch meinen Rat große Unterstützung geben konnte.

Was wünsche ich mir vom DPB?

Ich wünsche mir, dass er weiterhin kritisch und kompetent die Interessen der Mitglieder in allen zugänglichen Bereichen artikuliert.

Was erwarte ich von der Gesundheitspolitik?

Nach 50 Jahren Tätigkeiten im Gesundheitswesen habe ich wenig Erwartungen. Die meisten Reformen werden aus finanzpolitischen Erwägungen getroffen und nehmen Rücksicht auf die Kassen und die Medizin und nicht auf den Menschen. Der Versicherte hat immer mehr Belastungen zu tragen.

Wie geht es mir heute gesundheitlich?

Dank meiner Eigeninitiative in Bezug auf Alternativmedizin und des weitestgehenden Verzichts auf konventionell-medizinische Unterstützung komme ich mit meinen Beeinträchtigungen sehr gut zurecht und erspare mir Nebenwirkungen. Ich glaube, es ist nicht gut, sich rein auf konventionelle Medizin zu verlassen. Das geht auf Dauer nicht.

Welche Grenzen setze ich mir?

Persönlich reduziere ich meinen Anspruch auf Arbeitsleistung. Ehrenamtlich werde ich darauf achten, dass ich mich nicht überfordere und nur sinnorientierte Aktivitäten unterstütze.

Interview entnommen aus PSO Magazin 6/2014