Roland Westinger

"Ich bin Mitglied, weil mir persönlicher Erfahrungsaustausch mit langjährigen Betroffenen mehr Wert ist als ein Therorie belasteter Arztbesuch."

Warum bin ich Mitglied im DPB geworden?

Ich fühlte mich bei den Ärzten nicht verstanden. Sie sind gar nicht auf mich und meine Probleme eingegangen. Da wurde der Leidensdruck so groß, dass ich zu einem Treffen der Regionalgruppe Regensburg fuhr. Es war dicker Schneesturm, deshalb waren fast alle zu Hause geblieben. Nur ein anderer kam noch. Er hat sich meiner angenommen und mir viel über die Krankheit erzählt und wie er damit umgeht. Ich bin sofort eingetreten. In der Gruppe fühlte ich mich gut aufgehoben. Ich musste nicht mehr allein weiterkämpfen.

Welche Funktion habe ich im DPB?

Ich bin Kontaktperson und stellvertretender Regionalgruppenleiter der Gruppe Regensburg.

Seit wann bin ich aktiv?

Seit 2006.

Warum bin ich aktiv geworden?

Nach meinem Eintritt war ich bei jedem Treffen dabei. Und wie das im Verein so ist: Da ist ein junger, engagierter Mann – der wird schnell gefragt, ob er etwas tun will. Ich habe dann auch zugesagt, als Kontaktperson tätig zu sein. Wenn ich aktiv mit meiner Krankheit umgehe, ist die eigene Akzeptanz größer, als wenn ich mich verstecke. So geht es auch mir besser.

Was empfinde ich in meiner Funktion als gut?

Ich finde es gut, dass Leute da sind, die einfach auch mal zuhören. Wer mich anruft, will reden, reden, reden. Und er braucht Infos. Solche Telefonate dauern schnell eine Stunde lang.

Was mag ich nicht?

Kritik habe ich nicht. Ich sehe die Arbeit im DPB nur positiv. Auch Anrufer, die spät abends zum Hörer greifen, stören mich nicht. Ich habe vollstes Verständnis für sie. Sie rufen mich ja nicht aus Spaß an. Das kostet schon eine Menge Selbstüberwindung, über sich und seine Schuppenflechte zu sprechen. Solche Anrufe zu ungünsti ger Zeit sind ja auch nicht so oft.

Was war ein besonders schönes Erlebnis als DPB-Ehrenamtler?

Es gibt viele schöne Momente. Ich mag es in unserer Gruppe. Da ist es immer witzig. Auch die Seminare gefallen mir. Dort treffe ich viele Leute aus anderen Gruppen, die ich inzwischen schon richtig gut kenne. Es imponiert mir häufig, wie andere mit ihrer Krankheit umgehen. Sie haben teilweise zur Schuppenflechte noch eine schwere Gelenkbeteiligung und trotzdem soviel Humor. Mit ihnen Kontakt zu haben – das sind immer positive Momente.

Was wünsche ich mir vom DPB?

Ich wünsche mir, dass er Forschung aktiv unterstützt, dass er Stärke in derPolitik beweist und dass er sich um jedes einzelne Mitglied kümmert, wenn es ein Anliegen hat.

Was erwarte ich von der Gesundheitspolitik?

Sie sollte dafür sorgen, dass chronisch Kranke nicht zu sehr finanziell belastet werden.

Wie geht es mir heute gesundheitlich?

Meine Psoriasis ist relativ stabil. Ich bin über den Psoriasis Bund gut informiert. Deshalb weiß ich, dass ich meiner Schuppenflechte nicht so viel Aufmerksamkeit schenken darf. Wenn es mir schlechter geht, kommt sie von selber. Es gibt gute Tage und schlechte Tage.

Welche Grenzen setze ich mir?

Ich versuche, dass alles, was ich mache, mit Spaß passiert und nicht im Stress. Ich will mich da nicht unter Druck setzen lassen. Ich muss mal sehen, wie das in Zukunft läuft. Meine Familie wird immer größer. Wir bekommen bald unser drittes Kind.

Interview entnommen aus PSO Magazin 4/2014