Welt-Psoriasis-Tag

Positionen der Selbsthilfe bei Schuppenflechte

Zementierte Unterversorgung

Zum sechsten Mal hat die Versorgungskonferenz Psoriasis eine nicht unerhebliche Unterversorgung der Psoriasis – mit leicht abnehmender Tendenz - festgestellt. Unterversorgung bedeutet aus Sicht von Kranken im Klartext Fehlbehandlung oder noch schärfer unterlassene Hilfeleistung. Wie hoch die Unterversorgung bei psychischer Erkrankung und Psoriasis ist, kann nur gemutmaßt werden. In Nordrhein-Westfalen beträgt die Wartezeit auf eine Betreuung durch einen Psychotherapeuten mehrere Monate. Patienten sind für diese Situation nicht verantwortlich und die Kassenärztliche Vereinigung stiehlt sich aus ihrer Verantwortung mit dem Hinweis auf verfügbare Therapien.

Übernahme der Beiträge

Der DPB appelliert an die Gesundheitspolitiker verantwortlich zur Kenntnis zunehmen, dass die Versorgungsituation für Menschen mit Schuppenflechte und Mitgliedschaft im DPB die Adhärenz verbessert. Die gesetzlichen Krankenkassen leisten ihren Auftrag gemäß § 1 SGB V bezüglich Aufklärung und Beratung bei Psoriasis schlecht. DPB-Mitglieder sind besser über ihre Krankheit informiert, kennen sich besser im Versorgungssystem aus und haben eine bessere Lebensqualität im Gegensatz zu Nichtmitgliedern in Behandlung, die die Kassen irgendwie erreichen. Die Ergebnisse sind durch die Studien PSO real und PSO plus (Augustin et al 2013 und 2014) wissenschaftlich belegt. Deshalb soll die Gesetzliche Krankenversicherung für Menschen  mit Schuppenflechte den Beitrag übernehmen, da der DPB den gesetzlichen Auftrag besser erledigt und unsägliche Patientenkarrieren vermeiden hilft.

Interpretation der WHO-Entscheidung zur Psoriasis – Nationaler Psoriasisplan

Der Deutsche Psoriasis Bund e.V. ist empört, wie die Bundesregierung die WHO-Entscheidung, der sie in der Vollversammlung am 24. Mai 2014 (WHA67.9 – Psoriasis) nicht widersprach, in der nationalen Umsetzung als gegenstandslos erklärt. Der Hinweis auf Maßnahmen zur Eindämmung von Zivilisationskrankheiten zeigt, dass die Regierung bezüglich der Pathologie der Psoriasis einen mangelhaften Erkenntnisstand hat und mit dieser Verbindung drei Millionen Menschen mit Schuppenflechte diskriminiert. Sie fördert damit auch das Stigma der Erkrankten, dass gemäß der WHO gerade abzubauen ist. Schuppenflechte kann nicht durch Ernährung, weniger Alkohol, weniger Rauchen und mehr Bewegung verhindert werden. Die Regierung postuliert indirekt einen Verschuldungstatbestand der Kranken. Der vorgeschlagene Weg eines „Nationalen Psoriasisplans“ ist nicht gewollt. Der Plan sollte aber auch ohne die WHO-Entscheidung Psoriasis als fünfte nicht infektiöse Erkrankung in den WHO-Aktionsplan 2013-2020 aufzunehmen, schon wegen der Unterversorgung notwendig sein.

Gegen das Verstecken

„Alt werden ist nichts für Feiglinge“. Dieses Zitat wird einem deutschen Schauspieler zugeschrieben. Wie viel mehr gilt das für Jugendliche in der Pubertät mit ihren normalen Selbstfindungsproblemen? Wenn dann noch die Psoriasis oder Psoriasis Arthritis dazu kommt, werden die Probleme für die meisten beinahe unüberwindbar. Lernen doch die Jugendlichen gerade in dieser Entwicklungsphase, Probleme zu tarnen. Nicht ohne Grund gelten Menschen mit Psoriasis als Meister im Tarnen und Verstecken ihrer Krankheit und damit sich selbst. Die Erkrankten brauchen bei der Bewältigung solcher Probleme professionelle Hilfe. Von Dermatologen, Rheumatologen und von Psychologen – am besten gemeinsam!

Deutscher Psoriasis Bund e.V.

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