Studie: Frühe Warnzeichen erkennen, Gelenke schützen

Psoriasis betrifft die Haut – und bei etwa einem Drittel der Betroffenen im weiteren Krankheitsverlauf auch den Bewegungsapparat (Psoriasis Arthritis). Die EU-weite HIPPOCRATES-Studie HPOS will herausfinden, wer ein Risiko für Psoriasis Arthritis (PsA) hat, um eine frühere Diagnose und bessere Behandlung zu ermöglichen. Fraunhofer ITMP unterstützt das Projekt in Deutschland.

Eine Beteiligung des Bewegungsapparates – die Psoriasis Arthritis (PsA) beginnt oft schleichend: Morgensteifigkeit und Schmerzen in Gelenken, Druckschmerz an Sehnenansätzen und an der Wirbelsäule, Müdigkeit oder Leistungsknick. Je früher diese Warnzeichen erkannt und medizinisch eingeordnet werden, desto besser lassen sich dauerhafte Schäden verhindern und die Lebensqualität erhalten. Studien zeigen, dass bis zu einem Drittel der Menschen mit Psoriasis im Laufe der Zeit eine PsA entwickeln können.

„Wir wollen besser verstehen, wer ein erhöhtes Risiko für eine Psoriasis Arthritis hat, um Betroffene früher zu erkennen und schneller angemessen zu behandeln“, sagt PD Dr. Michaela Köhm, Oberärztin an der Rheumatologie, Immunologie - Entzündungsmedizin der Medizinischen Klinik 2 der Universitätsmedizin Frankfurt und Leiterin der Studie am Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie ITMP.

Das Fraunhofer ITMP ist Teil von HIPPOCRATES, einem europaweiten Forschungsverbund aus Universitäten, Kliniken, Patient:innenorganisationen und Forschungseinrichtungen, mit dem gemeinsamen Ziel, die Früherkennung von Psoriasis Arthritis zu verbessern. Dabei werden die Hintergründe der Erkrankung genauer erforscht, um Erkrankten zukünftig bessere Behandlungsmöglichkeiten zu bieten. Gemeinsam führt der Verbund die Online-Studie HPOS in Deutschland, dem Vereinigten Königreich (europäische Studienleitung) und anderen europäischen Ländern durch.

„Die HPOS-Studie begleitet Menschen mit Psoriasis über längere Zeit mit regelmäßigen online auszufüllenden Fragebögen, um frühe Muster, Risikofaktoren und Veränderungen zu identifizieren, die auf eine entstehende PsA hindeuten könnten. Die Angaben der Teilnehmenden fließen dabei pseudonymisiert in eine große europäische Datenbank ein“, erklärt Köhm. Auf dieser Basis sollen zukünftig zuverlässige Vorhersage- und Frühwarnmodelle entstehen, die später in der Versorgung helfen – etwa, um Betroffene schneller an Rheumatologie-Fachexperten zu vermitteln oder Behandlungsentscheidungen zu unterstützen.

Das Fraunhofer ITMP ist deutscher Partner im HIPPOCRATES-Konsortium und unterstützt HPOS dabei, möglichst vielen Menschen mit Psoriasis in Deutschland die Teilnahme zu ermöglichen.

Wer kann an der Studie teilnehmen?

„Die Teilnahme ist einfach, vollständig online und hilft uns, die Versorgung zukünftig spürbar zu verbessern. Sollten bei der Teilnahme Hinweise auf das Vorliegen einer PsA erkannt werden, werden die Betroffenen direkt informiert und eine Vorstellung beim Fachrheumatologen ermöglicht“, erklärt Köhm.

Teilnehmen können erwachsene Personen mit Psoriasis, denn genau bei dieser Zielgruppe lassen sich frühe Veränderungen erkennen, die einen Hinweis auf ein Risiko für eine Schuppenflechte mit Gelenksbeteiligung (PsA) ergeben. Die Teilnahme ist freiwillig und kostenfrei.

Die Anmeldung erfolgt über die Website https://hpos.study/

Jede Stimme zählt – für bessere Früherkennung, geschützte Gelenke und mehr Lebensqualität.

Neben HPOS bietet die Studienambulanz des Fraunhofer ITMP die Teilnahme an weiteren Studien an, die die frühe Erkennung und Beurteilung entzündlicher, immunvermittelter Erkrankungen im Fokus haben.

PsACheck Früh erkennen. Besser handeln.

Frühe Anzeichen einer Psoriasis-Arthritis können sich oft schon in den Blutgefäßen der Hände zeigen, noch bevor Schmerzen oder andere Beschwerden auftreten. Der PsA‑Check kombiniert die klinische Untersuchung durch erfahrene Rheumatolog:innen mit einer speziellen, schmerzfreien Bildgebung (Fluoreszenz‑optische Bildgebung - FOI). So können beginnende Entzündungen in den Gelenken frühzeitig erkannt und spätere Gelenkschäden rechtzeitig verhindert werden.

Der Schwerpunkt „Rheumatologie/Immunologie – Entzündungsmedizin“ der Universitätsmedizin Frankfurt in Kooperation mit dem Fraunhofer ITMP und der 4D‑Entzündungsklinik bietet diese Abklärung in Frankfurt an. Weitere Informationen und Terminregistrierung finden Sie im Online-Kontaktformular. Nach Eingang erfolgt zeitnah die persönliche Kontaktaufnahme.

Machen Sie mit – jede Teilnahme hilft.

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